Montag, Februar 18, 2008

Georges Ploner sprach ueber neue Hotelkonzepte.

"Wie mache ich mein Hotel sexy?"

Vortrag zum Thema "Trendreise Hotelwelt" auf der INTERGASTRA: Gastroberater Jean Georges Ploner sprach über neue Hotelkonzepte.

Einen interessanten Überblick über neue Trends im internationalen Hotelgewerbe bot am Samstag ein Vortrag von Jean Georges Ploner am DEHOGA-Stand auf der INTERGASTRA in Stuttgart. Ploner ist seit 1994 selbständiger Trainer und Berater und seit 1998 geschäftsführender Gesellschafter von Pencom Ploner Partner. Als Koordinationsbüro des deutschen und des internationalen Leaders Club gilt das Unternehmen als Schnittstelle für Branchentrends und Know-how weltweit.

Auf die saloppe Frage, wie man ein Hotel "sexy" macht, gibt es nach Meinung des aus Straßburg stammenden Experten die unterschiedlichsten Antworten. Ein inzwischen hinlänglich bekanntes Zauberwort lautet: Wellness.
"Wellness ist sexy"
sagte Ploner.
"Aber wie verträgt sich das mit einem traditionsreichen Haus? Ganz einfach: Die Moderne muss einen Bruch darstellen, dann entsteht aus diesem Kontrast wieder neue Energie."
Der Gesundheitsgedanke spiele in diesem Zusammenhang zunehmend eine Rolle.
"Man verkauft das Gefühl, dass man durch zehn Tage Aufenthalt zehn Jahre jünger aussieht."
Wichtig sei vor allem, dem Gast Aufmerksamkeit zu widmen und ihm ein ganzheitliches Konzept anzubieten.

Unter dem Titel "Neue Dimensionen" präsentierte Ploner einige Beispiele gewagterer Hotelkonzepte:
"Es gibt heute schon ein Unterwasserhotel, und das Hotel im All wird sicher bald kommen. Oder denken Sie an die so genannten Eishotels: Das Erlebnis steht im Vordergrund."
Für viele Menschen sei ihr Alltag banal geworden. Der Hotelaufenthalt solle daher einen "Kick" versprechen. Den könnten sich Technik-Freaks im supermodernen High-Tech-Hotel holen, wo man die Zimmertür per Fingerabdruck oder mit einem Lächeln öffne und sich Licht, Raumtemperatur und Musik über einen Ambiente-Regler individuell einstellen ließen.

Neben regionalen oder ökologischen Trends in der Küche wird das Thema Erotik immer interessanter. Hotels wie das türkische Adam & Eve seien indes
"keine Swinger-Clubs, sondern etwas für Leute, die lange verheiratet sind und wieder zusammenfinden möchten"
so Ploner. Das Hotel bietet die Möglichkeiten dazu, beispielsweise mit Hilfe eines Whirlpool in jedem Zimmer. Einsamen Herzen wiederum soll der Aufenthalt in speziellen Single-Hotels die Partnersuche erleichtern:
"Man muss bedenken, dass mehr als 50 Prozent aller Frankfurter ohne festen Partner sind. Der Markt für Singles ist da. Wir können bei den Leuten die nächsten 30 Jahre abdecken.
Wenn's mit dem Flirt geklappt habe, könne die junge Familie mit Kind im Bio-Ressort absteigen.
"Hält die Ehe nicht, fängt man eben wieder von vorne an."
Wachsende Bedeutung hat in jüngster Zeit der so genannte Neigungs-Tourismus erlangt.
"Menschen, die gerne nach Südtirol fahren, gibt es immer noch"
erklärte Ploner,
"aber heute gibt es außerdem solche, die gerne Mountainbike fahren. Das können sie in Südfrankreich tun oder auch in den Alpen."
Richtig sei hier, ein perfektes Rundum-Angebot zu präsentieren. Ploner:
"Seien Sie fit bis zum Geht-nicht-mehr, seien Sie perfekt. Wenn Sie die Mountainbiker als Gäste anwerben wollen, kaufen sie ein paar der schärfsten Outdoor-Räder, die es gibt."
Für viele Gäste ist Ploner zufolge schon der Ruf eines bestimmten Hotels Motivation genug für einen Aufenthalt. "Landmarks" wie etwa das Adlon in Berlin oder das Luxor in Las Vegas setzen auf Unverwechselbarkeit. Bestes Beispiel: das Burj al Arab in Dubai.
"Die Ambition bestand darin, ein Hotel zu bauen, das billiger ist als auf jedem TV-Sender der Welt einen Werbespot auszustrahlen. Dann sind die Sender von allein gekommen. Die ersten drei durften noch gratis drehen."
Auch über besondere Merkmale einer Marke wie Marriott, Steigenberger, Hilton oder Maritim könne der Mehrwert eines Hotelaufenthalts kommuniziert werden.

Oft gleiche die durchschnittliche Hotelübernachtung jedoch immer noch einem sozialen Abstieg auf Zeit. Ploner:
"Zu Hause haben die Leute einen Flachbildfernseher und eine Jura-Kaffeemaschine. Auch die Matratze ist hier ein Thema. Und was bieten Sie? Etwas Besseres oder etwas Schlechteres als zu Hause?"
Den Gast wieder als König zu begreifen und zu versuchen, ihm den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen, ist daher ein weiterer internationaler Trend, den Jean Georges Ploner als richtungweisend betrachtet.
"Man kann den Gast im Vorfeld anrufen, ihn bei der Organisation unterstützen, alles auf seine Bedürfnisse zuschneiden. Und das nicht nur bei den Promis. Dafür brauchen Sie fitte, freundliche Mitarbeiter. Letztlich entscheidend für den Erfolg im Hotelgewerbe ist der Faktor Mensch."
(Quelle: Pressemitteilung der Messe Stuttgart).