Freitag, Februar 01, 2008

Tote leben laenger.

In meinem Beitrag "Was ist bei der Namenswahl gastronomischer Betriebe zu beachten?" weise ich unter dem Stichwort "Eigennamen" darauf hin:
"Problematisch wird es aber, wenn damit Rechte eines existierenden Namensinhabers verletzt werden. 'Boris Becker' würde sich vermutlich gegen die Verwendung seines Namens zu Werbezwecken sicherlich genauso wehren wie die Inhaber der Markenrechte an 'Charlie Chaplin'. Dabei muß man zwischen lebenden und toten Persönlichkeiten unterscheiden. Die Lebenden müßte man fragen, ob man ihren Namen verwenden darf. Bei Toten müßte man recherchieren, ob es Rechte an diesem Namen gibt..."
Der Betreiber der zwei 'Hemingway-Lounges' in Frankfurt und Offenbach hat teures Lehrgeld zahlen müssen. Neben einer Zahlung an den Namensinhaber sind Kosten für ein neues Logo, neue Speisekarten, ein neues Outfit für den Service und eine zusätzliche Internetpräsenz in Höhe von 12.500 Euro angefallen: "Die 'Hemingway-Lounge' wird zur 'Lounge'", in: Frankfurt-Live.com vom 1. Februar 2008.

Wobei ich anmerken möchte, daß sich die Betreiber des Problems wohl bewußt gewesen sind und sich eigentlich auch nicht ungeschickt angestellt haben. Wie es zu diesem Rechtsstreit gekommen ist: "Die 'Hemingway-Lounge' wird zur 'LOUNGE'", in: Nachtausgabe vom 21. Januar 2008.

Siehe dazu auch: "Abmahnung von Gaststaetten mit dem Namen 'Zur Linde'".