Freitag, Mai 30, 2008

Altoeldiebstahl.

Steigende Rohstoffpreise führen auch zu völlig neuen Varianten kriminellen Verhaltens. So werden mittlerweile geklaut:Einer Burger King-Filiale in Nordkalifornien hat man sogar das Altöl geklaut. Der Dieb mit seinem Tankfahrzeug wurde erwischt. Er hatte bis dahin schon 2.500 Gallonen Altöl zusammen geklaut. Im Raume Seattle hat der Diebstahl von Altöl so um sich gegriffen, daß die Betrieber des Olympia Pizza and Pasta Restaurant in Arlington mittlerweile eine Überwachungskamera einsetzen, um auf ihr Altlöl aufzupassen. Seit letztem Sommer ist man nächtens schon sieben bis acht mal beklaut worden: "As Oil Prices Soar, Restaurant Grease Thefts Rise", in: New York Times vom 30. Mai 2008 (Dank an Simon Hengel für den Tipp).

Hintergrundinformationen:

Nach der "Abfallverzeichnisverordnung" sind Speisefette und Speiseöl nicht als gefährlich eingestuft (im Unterschied zu anderen Fetten und Ölen, insbesondere Mineralöle, für die die Altölverordnung gilt). Sie gelten aber als sogenannter "Sonderabfall".

Auch in Deutschland sind Altöle nicht mehr Abfall, deren Entsorgung kostet, sondern Gastronomen bekommen dafür neben der kostenlosen Entsorgung noch ein paar Euro dafür oder können zumindest darauf hoffen, je nach der lokalen Wettbewerbssituation unter den Entsorgungsbetrieben.

Einige Kommunen erlauben ihre Entsorgung im Restmüll, aber nur für kleine Mengen zusammen mit Zeitungspapier oder Küchenkrepp. So der Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße. In Telgte soll man mit Papiertuch aufgenommenes Fett oder Speiseöl, feste Fette (z.B. Fritierfett) in der Biotonne entsorgen: "Müllentsorgung/ -sortierung". In Nauheim werden Fritierfette aus Haushalten als Sondermüll entsorgt: "Stadtreinigung / Entsorgung". Ob größtere Mengen (Gastro-Friteusen beinhalten in der Regel erheblich mehr Öl bzw. Fett als haushaltsübliche Friteusen) so entsorgt werden dürfen, sollte man vorab vor Ort klären. Eigentlich müssen nicht haushaltsübliche Mengen über anerkannte Entsorgungsbetriebe entsorgt werden und die Entsorgung muß nachgewiesen werden. Möglicherweise hängt die Haltung der Kommune davon ab, ob sie am wirtschaftlichen Erfolg einer Verbrennungsanlage beteiligt ist oder für jede dort abgelieferte Menge zahlen muss.