Gastgewerbe Gedankensplitter



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Sonntag, Mai 25, 2008

Dodo - Reiseerlebnisse teilen.

[Trigami-Review]

Nach einer zweimonatigen Testphase ist dodo.com, ein Projekt der dodo travel services Ltd. mit Sitz in Berlin, seit dem 23. April 2008 online. Ziel ist es, eine internationale Reisecommunity aufzubauen, deren Mitglieder Kontakte mit anderen Individualreisenden knüpfen, von ihren Erlebnissen in Reisetagebüchern berichten und individuelle Reisetipps erstellen. Diese können dann von allen Usern als Informationsquelle und Inspiration für die Planung eigener Reisen genutzt werden. Die Benutzeroberfläche ist bereits in zwei Sprachen verfügbar (deutsch und englisch). Eine Mitgliedschaft ist kostenlos. Um mehr über die Funktionalität herauszufinden, habe ich mich registriert.

Die Gründer Daniel Hoffman und Axel Lehmann haben im Jahre 2004 das Unternehmen transparent gegründet und Special-Interest-Portale zu Versicherungsthemen mit Bewertungen durch User aufgebaut. Das gute Kerngeschäft im Versicherungsmarkt ermöglicht es ihnen nach eigenen Angaben, in den Aufbau von dodo.com investieren zu können. Sie setzen auf eine Positionierung als Service für Individualreisende, nicht für Pauschaltouristen. Daniel Hoffman:
"Wir wollen mit dodo.com den Service schaffen, den wir selbst bei unseren Reisevorbereitungen immer vermisst haben. Denn wer weiß besser, wo die schönsten Flecken Natur in Cork (Irland) sind, als der Ire, der dort lebt?"
Um diese neue Community schnell bekannt zu machen, setzt man auf virales Marketing. Es wurde ein Gewinnspiel ausgeschrieben. Unter allen Mitgliedern wird eine eine Weltreise im Wert von 10.000 Euro verlost. Näheres unter www.dodo.com/de/lottery.html:
"Bis zum 31.12.2008 haben alle dodo.com Mitglieder die Chance auf unsere Weltreise. Für eine Teilnahme musst du dich also nur auf dodo.com registrieren und schon hast du zwei Lose sicher. Weitere Lose kannst du sammeln, indem du Tagebucheinträge und Reisetipps schreibst, Fotos und Videos hoch lädst oder Freundschaftseinladungen verschickst.

Wenn du eine eigene Homepage hast, kann du noch mehr Lose sammeln. Setze einfach einen Link zu dodo.com. Die Verlinkungsmöglichkeiten und das Formular zur Linküberprüfung findest du hier."
Die Auslosung erfolgt am 15. Januar 2009.

Was kann man als Mitglied machen?
  • Ein persönliches Profil erstellen incl. eines Bildes. Nicht alle neuen Mitglieder nutzen die Möglichkeit, ein Bild von sich hochzuladen. Alle neuen Mitglieder, die ein Bild von sich hoch geladen haben, werden auf der Startseite vorgestellt.
  • Reisen vorstellen - geplante Reisen und Reisen, die man schon gemacht hat. Beide unterscheiden sich bei der Datenerfassung durch das Datum. Bei geplanten Reisen gibt man ein zukünftiges Datum ein. Zu jeder Reise kann man beliebig viele Reiseberichte schreiben und Fotos und Videos hoch laden.
  • Reisetipps erstellen und finden.
  • Freunde einladen.
  • In Kontakt mit den anderen Mitgliedern der Community treten, z.B. Nachrichten schicken incl. Benachrichtigung per E-Mail, wenn neue Nachrichten eingetrudelt sind.
Um mich von der Qualität der bislang eingetragenen Reiseerlebnisse und Reisetipps einen Eindruck zu verschaffen, habe ich mir Reisetipps nach Deutschland angeschaut. Bislang sind erst/schon fünf Reisen nach Deutschland eingetragen:
  • Celle
  • Morsbach
  • Kurort Oberwiesenthal
  • Neu-Ulm
  • Nürnberg
Inhaltlich ist dieser Content bescheiden. Aber man kann in einer so frühen Phase des Aufbaus einer Community wohl nicht viel mehr erwarten. Stellt sich aber aus der Sicht eines Community-Betreibers nicht die Frage, ob es nicht sinnvoll ist, Basisinformationen zu Destinationen beizusteuern, um Anreize zu bieten, die Community als Leser aufzusuchen? Die Leser ersparen sich dadurch Texte und Hochglanzfotos, die sie an anderer Stelle (Reiseführer, Fremdenverkehrsämter der Destinationen, in Hotelprospekten und Reisekatalogen) ohnehin zuhauf finden können. Im Unterschied zu den üblichen Hotelbewertungsportalen kann man sich bei Dodo.com unmittelbar einen Eindruck von der Persönlichkeit des Bewertenden machen, soweit sie bei Selbstdarstellungen erkennbar wird.

Für Reisefotos gibt es eine eigene Rubrik. Exemplarisch habe ich mir wiederum die bislang zwölf Fotos aus Deutschland angeschaut. Von Vorteil ist es, daß jedes Foto den Bezug zu einer konkreten Reise mit Reisedatum, Ort und dem Reisenden erkennen läßt. Doch Dodo.com fällt hierbei hinter Dienste wie Google Earth zurück, die den Ort der Aufnahme des Fotos auf Landkarten sichtbar machen. Die Reise, zu denen die Fotos gehört, wird zwar von Dodo.com auf einer Google Map dargestellt. Aber es gibt keine Weltkarte mit allen Fotos der Community.

Die Nutzer von dodo.com können auch Reisevideos hoch laden. Auch hier ist die Qualität der Videos meiner zufälligen Stichprobe bescheiden.

Zusammenfassend kann man das Portal als übersichtlich bezeichnen. Es ist nicht überfrachtet. Nicht nur die Navigation, auch die Bedienung ist intuitiv verständlich.

Was verbessert werden könnte

Auf der Startseite werden neue Mitglieder, neue Fotos, neue Videos, neue Reiseberichte und neue Tagebucheinträge vorgestellt. Was noch fehlt, ist die Möglichkeit, Interessen an bestimmten Regionen oder Arten von Reisen (z.B. Tauchreisen) zu bekunden und dann auf neue Inhalte und neue Mitglieder mit den selben Interessen aufmerksam gemacht zu werden. Man kann sich aber bereits Inhalte, die einem interessant erscheinen, merken.

Es fehlt bislang auch noch eine gute Suchfunktion, z.B. nach allen Reisen in ein bestimmtes Land, einer bestimmten Reiseart (z.B. Hochzeitsreise) einer bestimmten Unterkunftart usw. Bislang kann man sich Reisen nur nach Ländern selektiert anzeigen lassen. Bei dieser Anzeige nach Ländern wird ein grober Usabilty-Schnitzer gemacht: Es wird nicht angezeigt, wie viele Beiträge sich hinter einer Auswahlkategorie (Land) verbergen. Der User muß jedes Land erst öffnen, um dann zu erfahren, daß die Kategorie leer ist.

Verlinkungen nach außen können von den Mitgliedern ihrem Content nicht beigefügt werden bzw. nur in Textform (ohne Verweis in HTML). Man kann nicht einmal im eigenen Profil auf seine eigene Website verweisen. Dodo.com schottet sich damit genau so ab wie etwa StudiVZ und isoliert sich in selbst gewählter Quarantäne. Wer keine Links sät, wird auch keine ernten und muß ersatzweise auf klassisches Marketing (Gewinnspiel!) zurückgreifen.

Vermisst habe ich solche Features wie die Facebook-Applikation MyTravels, also die Möglichkeit, schnell, ohne ausführliche Reiseberichte schreiben zu müssen, anzugeben, welche Länder man in seinem Leben schon besucht hat. Reiseportale wie Dodo.com konkurrieren nicht nur nur mit anderen Reiseportalen. Potentielle Nutzer von Special-Interest-Portalen fragen sich auch, ob sie ihre Daten nicht lieber an einer Stelle verwalten und öffentlichen, etwa in einem den ganzen beruflichen und privaten Menschen umfassenden Portal. Mir z.B. wäre eine Dodo-Funktionalität als Facebook-Applikation lieber.

Dodo.com aus der Sicht des Gastgewerbes

Gastronomen und Hoteliers sollten Dodo.com wie auch andere Reiseportale beobachten. Wie wird der eigene Betrieb bewertet ("Monitoring"). Falsche Darstellungen können evtl. per Kommentar richtig gestellt werden oder man wendet sich an den Autor, um Mißverständnisse aufzuklären oder sich zu entschuldigen. Wie schneiden Wettbewerber ab?

Reiseportale erlauben es, zu beobachten, auf was es Reisenden wirklich ankommt. Man kann auf teure Komponenten und Features seiner Produkte und Diensleistungen, die in den Augen des Reisenden unwichtig sind, verzichten und sich auf kaufentscheidende Faktoren konzentrieren (Stichwort: "target pricing"). Man kann erkennen, welche Eigenheiten von Produkten und Dienstleistungen Gäste begeistern und sie in eigene Produkte und Dienstleistungen einbauen und betonen.

Dodo Blog

Im englisch sprachigen Dodo Blog kann man sich über Aktualisierungen auf dem Laufenden halten und nachvollziehen, wie die Entwicklung bis heute verlaufen ist. Dort erfährt man z.B., warum die Gründer den Namen Dodo ("dodo.com - finally ours!") und den Tourismus als ihr zweites Standbein gewählt haben ("Welcome to our blog") und wer noch im Team mitarbeitet, wie z.B. Claudia Stehr, die ihre Bachelor-Arbeit an der Fachhochschule Stralsund über die Entwicklung von Dodo.com geschrieben hat.

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