Dienstag, Mai 27, 2008

Ueber Mitgliedschaft in StudiVZ-Gruppen gestolpert.

Der Vizechef der Jungen Union Hessen, Thomas Müller, hat seinen Rücktritt bekanntgegeben. Müller war in die Kritik geraten, weil er sich im StudiVZ an Diskussionsgruppen wie "Nach Frankreich fahr ich nur auf Ketten", "Krieg ist scheiße, aber der Sound ist geil" und "Wär’ ich Kreuzritter gewesen, hätten wir Jerusalem noch" beteiligt haben soll: "Hessen: CDU-Nachwuchspolitiker stolpert über 'StudiVZ'", in: Junge Freiheit vom 26. Mai 2008.

Wohlgemerkt: Er ist nicht zurückgetreten, weil er sich kriegsverherrlichend geäußert hat, sondern weil er in diesen Gruppen Mitglied gewesen ist. Mitglied wird man dadurch, daß man auf einen Button klickt. Es gibt Hundertausende von Gruppen. Sehr viele davon sind ironisch gemeint. Insoweit hat die CDU, die dies als "Mitgliedschaft in kriegsverherrlichenden Internetforen" interpretiert, nicht bewiesen, daß sie gegen Krieg ist, sondern nur, daß sie vom Verhalten junger Menschen, zumal im Internet, keine Ahnung hat. Aber vielleicht beruhigt man so sein schlechtes Gewissen, in Afghanistan Krieg zu führen.

Da kann ich nur noch hoffen, daß mich mein Verein Fränkisches Brauereimuseum e.V. nicht raus schmeißt, weil ich der StudiVZ-Gruppe "Brauch dringend nen Kaffee" angehöre, und ich als Mitglied der Gruppe "Ein Herz für Polen" nicht das Recht verwirkt habe, bei der EM 2008 für die deutsche Nationalmannschaft zu brüllen. Darüber muß ich mal reden in der Gruppe "Fast alle meine Gruppen werfen ein schlechtes Licht auf mich".