Freitag, Juni 06, 2008

Baden-Wuerttemberg: Aufschwung im Tourismus haelt auch im Winterhalbjahr 2007/2008 an

Für das baden-württembergische Tourismusgewerbe setzte sich die deutlich positive Tendenz des Vorjahres auch im Winterhalbjahr (November 2007 bis April 2008) weiter fort. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes stieg die Zahl der Gäste der heimischen Beherbergungsbranche (Beherbergungsbetriebe mit mehr als acht Schlafgelegenheiten einschließlich Reiseverkehrscamping) gegenüber dem bisherigen Spitzenergebnis aus dem vorhergehenden Winter weiter um 4,9 Prozent oder 0,3 Mill. auf den neuen Rekordwert von 6,6 Mill. Die für die Branche letztlich wichtigeren Übernachtungen erhöhten sich mit 4,5 Prozent oder 0,7 Mill. – relativ gesehen – nur unwesentlich schwächer. Mit 16,9 Mill. wurde auch hier das bisher beste Ergebnis eines Winters erreicht. Dazu trugen mit einem Zuwachs um 4,7 Prozent oder 0,6 Mill. auf 14,1 Mill. Übernachtungen vor allem die Gäste aus Deutschland bei. Auch bei den Auslandskunden setzte sich der Aufschwung fort, auch wenn der Zuwachs mit 3,4 Prozent oder knapp 0,1 Mill. deutlich schwächer ausfiel als in den vorhergehenden vier Wintern. Gleichwohl bedeuten 2,7 Mill. Übernachtungen auch hier einen historischen Höchstwert.

Obwohl im letzten Winter innerhalb des Landes die positiven Veränderungsraten deutlich dominierten, verlief die Entwicklung durchaus nicht einheitlich. Unter den Betriebsarten entwickelten sich die klassische Hotellerie (Hotels, Hotels garnis, Gasthöfe und Pensionen) und die Parahotellerie (Jugendherbergen und Hütten, Campingplätze, Erholungs-, Ferien- und Schulungsheime sowie Ferienhäuser, -wohnungen und ‑zentren) mit Zuwächsen um 3,9 Prozent bzw. 3,7 Prozent sehr ähnlich. Die Vorsorge- und Reha-Kliniken konnten nach langer Durststrecke ihr Übernachtungsaufkommen bereits im zweiten Winter hintereinander wieder steigern, und zwar 2007/2008 um deutlich überdurchschnittliche 7,4 Prozent. Obwohl sich das Kurwesen auf die Gemeinden mit einem touristischen Prädikat konzentriert, stiegen die Übernachtungen bei der Gesamtheit dieser Gemeinden mit 3 Prozent nur unterdurchschnittlich. Während innerhalb dieser Gruppe die Erholungsorte mit einem Zuwachs um 5,2 Prozent deutlich herausragten, mussten die Heilklimatischen Kurorte sogar einen leichten Übernachtungsrückgang um 0,5 Prozent hinnehmen. Mit 6 Prozent konnten die nicht prädikatisierten sonstigen Gemeinden im vergangenen Winter bei den Übernachtungen erneut deutlich stärker zulegen. Dazu trugen vor allem die hier enthaltenen neun Großstädte des Landes ab 100 000 Einwohnern bei, die ihr Übernachtungsergebnis insgesamt um 7,8 Prozent steigern konnten. Die Stadt Freiburg legte dabei sogar um ein Fünftel zu.

Auch unter den Reisegebieten bewegten sich die Veränderungsraten im vergangenen Winter in einer beträchtlichen Spanne. Während sich die Übernachtungen im Bereich Neckartal-Odenwald-Madonnenländchen um stattliche 15,4 Prozent erhöhten, gingen sie im Reisegebiet Bodensee um 3,6 Prozent zurück. Dies ist insbesondere der Tatsache geschuldet, dass gerade diese Gegend im April 2007 besonders von der außergewöhnlich guten Witterung profitiert hatte, was sich auch in einem weit überdurchschnittlichen Ergebnis für das Winterhalbjahr 2006/2007 niedergeschlagen hatte. Insofern lag gerade hier die Meßlatte besonders hoch. Auch der Schwarzwald als weiterhin bedeutendstes Reiseziel des Landes entwickelte sich im Winter 2007/2008 mit einem Übernachtungszuwachs um 3,2 Prozent leicht unterdurchschnittlich, wobei die Entwicklung in den drei Teilbereichen deutlich voneinander abwich (Nördlicher Schwarzwald +0,4 Prozent, Mittlerer Schwarzwald +3,5 Prozent, Südlicher Schwarzwald +5,3 Prozent). Deutlich überdurchschnittlich waren die Zuwächse dagegen in den Reisegebieten Mittlerer Neckar (+8,7 Prozent), Schwäbische Alb (+7,5 Prozent) und Württembergisches Allgäu-Oberschwaben (+6,5 Prozent).

(Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg).