Donnerstag, Juni 19, 2008

Currydose.

In ihrer neuen Artikelreihe "Einfach lecker: Imbissbuden in Deutschland" stellt Biggi Mestmäcker in ihrem Frittenblog Imbissbuden vor. Betreiber , die in dieser Reihe vorgestellt werden wollen, können sich melden. Sie sollten ein Foto zur Verfügung stellen und eine Liste von Fragen beantworten.

Die erste Imbissbude, die vorgestellt wird, ist: "Einfach lecker - Currydose in Berlin".

Weniger das kulinarische Konzept ist interessant als die strategische Positionierung. Insbesondere Existenzgründern rate ich mitunter, nicht alles auf ein Pferd zu setzen, sondern sich Optionen, unterschiedliche Vertriebskanäle zu erarbeiten. Zum einen um sich besser auszulasten, zum anderen kann man mitunter nicht von Anfang an erkennen, welcher Vertriebsweg besser läuft. Hinzu kommen kann, daß die Nachfrage saisonal sich in verschiedenen Vertriebskanälen unterschiedlich entwickelt. Mit mehreren Pferden kommt man besser durch schlechte Zeiten.

Dirk Radke-Lobbes setzt mit seiner "Currydose" auf:Voraussetzung dafür ist natürlich, daß das Konzept in beiden Vertriebswegen funktioniert oder zumindest so variabel ist, daß man sich auf die unterschiedlichen Anforderungen einstellen kann.

Die "Currydose" ist auch ein schönes Beispiel dafür, daß man, wie es mitunter Existenzgründer widerfährt, die Anforderungen an die Person nicht unterschätzen sollte, auch nicht bei den vermeintlich einfach zu führenden Kneipen und Imbissbetrieben. Dirk Radke-Lobbes ist gelernter Koch und hat jahrelange Berufserfahrung in der Schweizer Hotellerie. Sein Schwager ist Imbissbetreiber aus Leidenschaft und hat ihm geholfen, genauso wie der Rest seiner Familie (ein Faktor, der häufig unterschätzt wird). Die konzeptionelle Idee ist durchdacht:Anfangs hat er sich eher als Reisegewerbe gesehen und ist von Straßenfest zu Volksfest gefahren bis hin nach Suhl in Thüringen. "Mit Glück und Beziehungen", wie er selbst schreibt, fand er einen Standplatz auf den Antonplatz in Berlin Weißensee. Vordergründig macht das keinen großen Unterschied. Tatsächlich ist der Unterschied extrem:
  • bei einem regelmäßigen Standgeschäft kommt es auf Kundenbindung an. Entscheidend sind neben der Produktqualität, dem Preis und der Sauberkeit der freundliche Service, die Stammkunden zu kennen, zu wissen, was sie möchten, mit ihnen ins Gespräch kommen usw.
  • Das Geschäft auf Volks- und Straßenfesten ist mehr ein Geschäft mit Laufkunden, wobei es darauf ankommt, Kunden spontan anzusprechen durch eine Aufmerksamkeit erheischende Präsentation am Point of Sale.