Dienstag, Juni 17, 2008

Daenemark ist Land des Jahres der BioFach 2009.

Ob die Meerjungfrau in Kopenhagen, 7.000 km Küstenlinie in Jütland oder mehrere Hundert Inseln: Dänemark, das Land zwischen Nord- und Ostsee hat viel zu bieten – auch was Produkte aus ökologischer Erzeugung betrifft. In den Einkaufswagen deutscher Bio-Kunden landet so manches Produkt dänischer Herkunft. Dänemark ist nicht nur Vorreiter beim Thema Windenergie, auch im Bio-Verbrauch sind die Dänen Spitze. Wenn sich vom 19. bis 22. Februar 2009 der internationale Bio-Markt zum zwanzigsten Jubiläum der BioFach in Nürnberg trifft, empfängt Aussteller und Fachbesucher eine frische Prise skandinavischen Flairs in den Messehallen: Dänemark ist Land des Jahres 2009. Zu den Weltleitmessen BioFach für Bio-Produkte und Vivaness für Naturkosmetik und Wellness werden dann rund 2.900 Aussteller (2008: 2.764) und erneut mehr als 46.000 Fachbesucher (2008: 46.484) erwartet.

Dänemark ist EU-Spitzenreiter beim Bio-Verbrauch

Durchschnittlich gibt jeder Däne 80 EUR im Jahr für Bio-Lebensmittel aus. Damit nehmen die dänischen Verbraucher innerhalb der EU Platz 1 ein. Lediglich im Nicht-EU-Mitgliedsland Schweiz liegt der Konsum mit jährlich 102 EUR noch höher. Im Vergleich: in Österreich beträgt der Pro-Kopf-Verbrauch 64, in Deutschland 56 EUR. Im Mittelfeld liegen die Briten (47 EUR), Schweden (42 EUR), Italiener (32 EUR), Niederländer (28 EUR) und Franzosen (27 EUR).

Bereits in den 80er und 90er Jahren war Dänemark, das 5,4 Mio. Einwohner zählt, Vorreiter in Sachen Bio. Durch die Einführung des staatlichen Siegels, Ø, das für ökologisch steht, konnte im Jahr 1987 sowohl den Verbrauchern als auch der Wirtschaft Sicherheit gegeben werden. Nach 18 % mehr Bio-Umsatz im Jahr 2006 wuchs dieser 2007 um weitere beachtliche 33 %, so der Branchenverband Organic Denmark. Der Einzelhandel erzielte einen Umsatz von circa 450 Mio. EUR. Alle Absatzwege zusammen genommen, waren es sogar rund 680 Mio. EUR. Die Zahl der Öko-Betriebe lag 2007 bei 2.889 von insgesamt 45.370 Höfen. 164.000 ha und damit 6 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche von 2,7 Mio. ha werden ökologisch bewirtschaftet. Organic Denmark vertritt 3.000 Mitglieder, die sich aus 800 Öko-Landwirten, 100 Bio-Unternehmen sowie Verbrauchern zusammensetzen.

Marktanteil von Bio-Produkten liegt bei 6,5 %

Zu den in Dänemark besonders stark nachgefragten ökologischen Erzeugnissen zählen Obst und Gemüse. Bei Milchprodukten geben die Dänen bereits jede vierte Dänische Krone für Bio-Produkte aus.

Bei Frischmilch wird ein Marktanteil von 30 % erreicht, bei Eiern 17 %. Insgesamt hat Bio in Dänemark einen Marktanteil von 6,5 %, der damit mehr als doppelt so hoch liegt wie in Deutschland mit circa 3 %. Ein starkes Zugpferd der Branche ist die konventionelle Handelskette Irma, die 2007 ihren Bio-Umsatz um 13 % steigerte und mittlerweile über 20 % ihres Gesamtumsatzes mit Bio-Produkten erzielt. Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in verschiedenen Supermarktketten des Landes wuchs 2007 im Vergleich zum Vorjahr zwischen 29 und 35 %. Ein großer Discounter konnte seinen Bio-Umsatz sogar um 60 % steigern. Die Zahl der Produkte war zuvor von 39 auf 90 angehoben worden.

Besonders beliebt ist Bio in der dänischen Hauptstadt: In Kopenhagen wird der Bio-Marktanteil auf 10-12 % geschätzt. 45 % des Lebensmittelbedarfs in Schulen, Heimen, Krankenhäusern und Ämtern kommen aus Bio-Produktion. Bis 2009 wird ein Anteil von 90 % angestrebt. Das Budget für Schulmensen wurde 2008 auf 2 Mio. EUR verdreifacht.

Dänische Exportprodukte erfreuen sich großer Nachfrage

Neben der Produktion für den einheimischen Markt spielt auch der Export eine wichtige Rolle: Frischmilch, Käse von Kühen und Ziegen, Bier, Säfte, Konfitüren sowie erstklassige Pralinen gehören zum dänischen Exportsortiment. Für die Dänen liegt das Land mit dem größten Bio-Markt Europas, Deutschland, direkt vor der Haustüre. Absatzstarke Gebiete wie der Hamburger und Berliner Raum sind sehr gut erreichbar.

Das dänische Exportvolumen belief sich 2006 bereits auf rund 37 Mio. EUR. 2007 erfasste die größte Molkerei des Landes und gleichzeitig die größte Europas 430 Mio. kg Bio-Milch in Dänemark und Schweden, davon allein 300 Mio. kg in Dänemark. Schon heute liefert sie Bio-Milch in großen Mengen an Discounter und konventionelle Supermarkt-ketten in Deutschland. Nach Angaben des Unternehmens könnten weitere 100 Mio. kg problemlos abgesetzt werden. Starke Nachfrage kommt nicht nur aus Deutschland, sondern auch Großbritannien. Seit Januar 2008 liefert die Molkerei Butter in Bio-Qualität an die britischen Ketten Asda, Waitrose und Sainsburys. Dänische Bio-Verarbeiter wagten 2007 ihre bisher größte Marketingaktion im Ausland. Neun Produzenten präsentierten im Oktober erfolgreich insgesamt 20 Produkte bei der "Dänischen Woche" in Teguts 300 deutschen Filialen.

Aufwind im spezialisierten Fachhandel

Rund 90 % des Bio-Umsatzes in Dänemark werden im konventionellen Handel erzielt. Lange hinkte die Entwicklung in den spezialisierten Naturkostfachgeschäften hinterher. Der im Sommer 2006 gegründete erste dänische Bio-Supermarkt, Egefeld, hat sich unterdessen gut behauptet.

Die Kunden wählten ihn zum besten neuen Laden in Kopenhagen, und auch der Stadtteil Fredriksberg, Standort von Egefeld, ehrte die Neugründung mit einem Unternehmerpreis. In jüngster Zeit eröffnete eine Reihe Hofläden und kleinerer Bio-Läden. Auch in der Gastronomie ist Bio stark im Kommen. Mehrere kleine Cafés und ein Gourmetrestaurant bieten in Kopenhagen ihren Gästen kulinarischen Bio-Genuss.

Bio made in Denmark mit bester Zukunftsperspektive

Dänemark setzt auch künftig auf Lebensmittel aus biologischer Erzeugung, die Produktion soll weiter angekurbelt werden. Markt-Experten prognostizieren dem Handel mit Bio-Produkten glänzende Perspektiven. Die Agentur Kairos Future, Schweden, rechnete bereits 2007 mit weiteren zehn Jahren des Bio-Booms. 2017 könnten etwa 20-30 % aller Lebensmittel das staatliche Bio-Siegel tragen. Organic Denmark unterstützt das Wachstum tatkräftig. Im Januar brachte der Verband mit Økologisk ein neues Magazin heraus, das vier Mal im Jahr Lifestyle mit Verbrauchertipps kombiniert. Ende 2007 wurde der Babyklub Økobarn gegründet, der auf großes Interesse bei jungen Eltern stößt. Landwirtschafts- und Ernährungsministerin Eva Kjer Hansen setzt sich für die Gründung eines europäischen Forschungszentrums für Ökologie und Landwirtschaft in Dänemark ein. In der Forschung für den ökologischen Landbau ist Dänemark mit dem DACROF-Projekt des Danish Research Centre for Organic Farming, bereits heute Trendsetter in Europa.

Verdoppelung der dänischen Präsenz zur BioFach 2009 erwartet

Die dänische Beteiligung wuchs zur BioFach und Vivaness 2008 auf erfreuliche 30 Aussteller. Diese Zahl soll sich 2009 verdoppeln.

Wichtige Sortimente sind neben Milchprodukten und Wurstwaren auch Bier, Säfte, Konfitüren, Fisch, Backwaren, Tiefkühlgemüse und Trockenprodukte. Ministerin Hansen betonte anlässlich der BioFach 2008 in Nürnberg die große Bedeutung von Qualität und Glaubwürdigkeit innerhalb der Branche. Was die Weiterentwicklung des Sektors angeht, sei Dänemark vor allem eine gute Zusammenarbeit zwischen der Politik und allen beteiligten Marktakteuren wichtig.

Stets aktuelle Produktinformationen der Unternehmen unter: www.ask-BioFach.de und www.ask-Vivaness.de.

(Quelle: Pressemitteilung der Messe Nürnberg).