Samstag, Juni 14, 2008

Heftige Reaktionen auf Bionade-Preiserhoehung.

Am 7. Juni 2008 haben wir über eine von Bionade angekündigte massive Preiserhöhung berichtet: "Ein Jedermann-Getränk wird teuer" und gefragt:
"Die Frage ist aber, wie sich dieser strategische Schwenk hin zu einem hochpreisigen Produkt von Bionade mit seiner Distributionspolitik verträgt. BiOS setzt voll auf den Naturkosthandel und die höherwertige Gastronomie. Bionade gibt es mittlerweile bei jedem 'Türken' und in dem ach noch so unansehnlichsten Getränkeladen. So kann Bionade nur hoffen, nicht zwischen die Stühle zu rutschen."
In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 14. Juni 2008 wird über andere Reaktionen berichtet: "Der Preis des Originals":
"Mit dem Aufschrei hat Bionade-Chef Peter Kowalsky nicht gerechnet. Anfang Juni hatte er verkündet, die Preise für seine Ökobrause zu erhöhen: Statt 59 Cent soll Bionade im Handel von Juli an 79 Cent kosten - ein Drittel mehr. Seither beschimpfen ihn seine Kunden als raffgierig. Das ist neu für Bionade. Solche rauhen Töne ist das Familienuntnehmen aus der Rhön nicht gewohnt."
Den Vorwurf, raffgierig zu sein, würde ich nie erheben. Jeder kann als Preis verlangen, was er will, wenn er keine marktbeherrschende Stellung hat. Und davon kann angesichts der vielfältigen Konkurrenz wirklich nicht die Rede sein. Zumindest nicht bei Gebinden wie Glasflaschen. Bei KEGs sieht es schon ganz anders aus.

Aber die Begründung von Bionade-Chef Kowalsky:
"Wir sind das Original. Und das Original muss immer am teuersten sein."
ist ein Schmarrn. Daß z.B. Campari Bitter teurer ist als Cinzano Bitter oder Martini Bitter, auch wenn der Geschmack sich kaum unterscheidet, die Me-Toos vielleicht sogar besser schmecken, liegt allein am Marketingerfolg und Marketingbudget. Ein Teil der Kunden zahlt bereitwillig etwa 2 Euro mehr pro Flasche und Campari andererseits steckt mehr Geld ins Marketing. Davon kann bei Bionade aber nicht die Rede sein. Bionade gibt, soweit erkennbar, zumindest relativ erheblich weniger für Werbung aus als einige seiner Me-Toos.

Und im Unterschied zu einigen Me-Toos gibt man auch fast nichts dafür aus, im Handel und der Gastronomie gelistet zu werden. Ich habe vor Jahren einmal je eine Kiste der damals drei Sorten umsonst bekommen und ein paar Gläser. Seit Jahren habe ich keinen Aussendienstmitarbeiter zu Gesicht bekommen, wohl weil es keine Betreuung gibt. Allein auf einigen Messen ist Bionade vertreten.

Wohlgemerkt, ich beklage weder die sehr geringen Marketingaufwendungen noch das Fehlen eines kostspieligen Aussendienstes. Aber hört bitte auf, bei der Begründung von Preiserhöhung die Leute zu verarschen. Macht es einfach und macht mit der Kohle, was ihr wollt. Ich frage auch nicht, wie es Euch ergeht, wenn ich Bionade irgendwann mal auslisten sollte.