Gastgewerbe Gedankensplitter



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Freitag, Juni 20, 2008

Juristischer Streit zwischen Bionade und BiOS eskaliert.

Auf der letzten Biofach hat es sich schon angedeutet. Das Klima zwischen Bionade und der Landwert Bio Premium GmbH der Stralsunder Bauerei, die mit ihrer Biolimonade BiOS versucht, dem Marktführer Marktanteile abzunehmen, ist frostig.

Manfred Mödinger, Berater für Getränkeunternehmen, hat dort am 23. Februar 2008, zum Thema "Gesundheitsprofil und Unterschiede von Bio-Erfrischungsgetränken. Bionade, BIOS, biolimo und eine Flut von Imitaten drängen auf den Markt, aber worin unterscheiden sich die neuen Biogetränke?" referiert. Anwesend waren auch Mitarbeiter von Bionade. Sie sassen links von mir und ich konnte sehen, wie sich im Laufe des Referats ihr Blick verdüstert hat. Sie konnten sich im Anschluß an das Referat die Frage nicht verkneifen, ob der Referent in geschäftlicher Beziehung zu den von ihm gelobten Produkte der Wettbewerber stünde. Tatsächlich berät er sowohl BiOS als auch die Neumarkter Lammsbräu, auch wenn man ihm zugestehen muß, daß er sehr viele berät. Er ist halt der überragende Fachmann auf diesem Gebiet. Aber echte Kerle weisen ihr Publikum auf mögliche Interessenkonflikte hin. Siehe dazu auch: "Angriff auf den Platzhirsch", in: LZ/NET Messeblog vom 23. Februar 2008.

Aus der Sicht eines Konsumenten ist der Streit um mehr oder weniger Zucker in diesen Getränken wenig hilfreich, weil die Unterschiede, ausgedrückt im Kaloriengehalt, minimal sind. Knapp formuliert: Wenn man das Zeug, egal ob Bionade oder BiOS, täglich in Unmengen trinkt, wird man fett, trinkt man wenig davon, nicht. Dem Kunden kann es egal sein, ob der Zucker vom Malz oder vom Saft stammt, und wie er zu etikettieren ist.

Mittlerweile eskaliert der Wettbewerbstreit und spielt sich immer mehr vor den Gerichten ab. Die letzte Meldung in diesem Krieg stamm von heute: "Konkurrent wirft Bionade Etikettenschwindel vor", in: Die Welt vom 20. Juni 2008.

Ich werde richtig sauer. Gerade im Bio-Segment, besonders zu spüren auf der Biofach, hat früher einmal das gemeinsame Interesse aller Anbieter an der Entwicklung guter Produkte überwogen. Es hat ein gutes Klima kameradschaftlicher Zusammenarbeit bestanden. Könnt Ihr Streithähne nicht aufhören, Euer Geld den Anwälten in den Rachen zu schmeißen und Eure Energie vor Gericht zu vergeuden? Kümmert Euch lieber um die Entwicklung und Herstellung guter Produkte und um die Zufriedenheit Eurer Kunden. Überlaßt das kindische Streiten vor Gericht den Laienschauspielern der Nachmittagssendungen für die Lumpenproletarier.

Siehe dazu auch: "Bio-Hickhack vor Gericht", in: Vital-Genuss.de vom 14. Mai 2008.

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