Montag, Juni 16, 2008

Praktikantin erstreitet Lohn eines Arbeitnehmers.

Mindest einmal in der Woche klingelt bei uns das Telefon, weil jemand einen Praktikumsplatz sucht oder jemand für seine Schüler, Teilnehmer an Maßnahmen der Bunesagentur für Arbeit usw. Praktikumsplätze sucht. Wir stellen grundsätzlich keine Praktikanten ein, deshalb sind wir von einem neuen Urteil des Landesarbeitsgerichts Baden-Württemberg (LArbG Baden-Württemberg Urteil vom 8.2.2008, 5 Sa 45/07) nicht betroffen.

Kollegen, die bislang bereit gewesen sind, Praktikanten einzustellen, sollten sich dies gut überlegen. Insbesondere sollte man sich davor hüten, Praktikanten, selbst und insbesondere wenn sie ein Hochschulstudium mit sehr gutem Erfolg abgeschlossen haben, mit anspruchsvollen Arbeiten zu betrauen, die ihrer schulichen Ausbildung angemessen sind. So begründete die klagende Ex-Praktikantin ihre nachträgliche Entgeltforderung wie folgt:
"Sie sei nicht als einfache Praktikantin tätig geworden, sondern habe in den einzelnen Projekten als normale Arbeitskraft der jeweiligen Projektleitung zugearbeitet. Abgesehen von der konkreten Entscheidungsbefugnis und der finanziellen und konzeptionellen Verantwortung habe sie die gleichen Arbeiten wie die Projektleitung selbst ausgeübt."
Zum Hintergrund dieses Urteils: "Praktikantin erstreitet faire Bezahlung", in: Spiegel vom 16. Juni 2008.