Dienstag, März 10, 2009

Krisen-Menues.

"Wo bleiben die deutschen Krisen-Menüs?" fragt Bernd Röthlingshöfer sich und seine Leser und listet eine Reihe von Beispielen aus anderen Ländern.

Meine Antworten:
  • Es gab schon immer in der bayerischen und fränkischen Gastronomie Angebote wie "Soß mit Kloß" zu sehr günstigen Preisen. Dieses Angebot wird gerne angenommen von Kindern, sparsamen Ehefrauen, aber auch von Menschen, die nicht so gerne Fleisch essen und diese "fleischlose" Variante bevorzugen, z.G. Kloß mit Soß und Wirsinggemüse. In Coburg veranstaltet man sogar einen Festtag, der dem "Kloß mit Soß" gewidmet ist, den Coburger Klößmarkt.

    Die Firma Burgi's offeriert "Soß mit Kloß" als Convenience-Produkt. Klößen wird die Bratensoße herstellerseitig injiziert. Die Soße ist deshalb bei der Ausgabe einfach portionierbar (weil schon drin). Die Klöße können leichter serviert werden, weil die Sauce nicht über den Tellerrand fließen kann. Aber man sollte beim Verzehr aufpassen (bzw. die Gäste warnen). Wer in die Knödel sticht, riskiert eine Saucen-Fontäne. Deshalb sollte man diese Knödel durch schneiden oder mit dem der Gabel vorsichtig halbieren, damit sich die Sauce sanft ergießen kann. "Soß mit Kloß" wurde mit großem Erfolg bei einer Massenspeisung anläßlich des 1. Bamberger Weltkulturerbelaufs am 4. Mai 2003 verwendet.

  • In der deutschen Gastronomie (wie auch im deutschen Einzelhandel mit Produkten des täglichen Bedarfs) ist die Krise noch nicht angekommen. Es gibt traditionell einen Time-Lag von ungefähr sechs Monaten. Wobei durchaus schon gespart wird. Es gibt einen Trend zu preisgünstigen Angeboten. Man spart - aber dieser Trend gibt es schon lange - bei den Aperitifs, beim Dessert, beim Kaffee danach. Es werden vermehrt kleine Portionen nachgefragt. Kinder essen mit vom Teller der Eltern usw. Aber wer Gästen Angebote macht, die diesen Trends entgegen kommen, kann sogar (noch) mit steigenden Umsätzen rechnen.