Mittwoch, Juli 15, 2009

Falsche Tatsachenbehauptungen in Restaurantkritiken.

Am letzten Samstag habe ich davor gewarnt, gegen Restaurantbewertungen auf Bewertungsportalen mit juristischen Mitteln vorzugehen: "Wie sollte man auf eine negative Restaurantkritik reagieren?".

Ein Kollege macht die Probe auf's Exempel und wehrt sich - juristisch korrekt - gegen eine (falsche) Tatsachenbehauptung in einer Bewertung, dem Gast sei verdorbenes Essen serviert worden: "Bewertung bei Restaurant-Kritik mobilisiert Lebensmittelkontrolleure", in: Restaurant News Intern vom 14. Juli 2009. Restaurant-Kritik.de schreibt zur Sinnhaftigkeit, gleich einen Anwalt einzuschalten:
"Anstatt zum Anwalt zu gehen, hätte der Restaurantinhaber sich allerdings auch direkt mit uns in Verbindung setzen können. Hätte auf jeden Fall zum gleichen Ergebnis geführt, wahrscheinlich in kürzerer Frist."
Ich kann dies aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Meine Gaststätte wurde bei Restaurant-Kritk von einem Fälscher heimgesucht. Ich habe reklamiert und belegt, warum die Bewertung ein Fake gewesen ist. Die gefälschte Bewertung wurde schnell gelöscht. Mehr darüber: "Hausverbot fuer Restaurantkritiker".

Daß der Betrieb dieses Kollegen angeblich wegen dieser unzulässigen Tatsachenbehauptung von der Lebensmittelkontrolle heimgesucht worden ist, zeigt, daß Restaurantkritiken gelesen worden, mitunter sogar von den Aufsichtsbehörden. Kennt jemand eine Aufsichtsbehörde, die solche Kritiken regelmäßig auswertet, um Hinweise auf Betriebe zu finden, die es sich eventuell zu kontrollieren lohnt? Ich kann mir das bei den für uns zuständigen Kontrolleuren nicht vorstellen. Die kennen alle Betriebe ohnehin aus dem Effeff und auch ihre Pappenheimer.

Was unterscheidet Tatsachenbehauptungen von Meinungsäußerungen?
  • Eine Tatsachenbehauptung ist von Dritten nachprüfbar.
  • Eine Meinungsäußerung ist ein Werturteil.