Freitag, November 20, 2009

Koppelin stellt sich dumm.

Wenn Reuters ("Schleswig-Holstein will Ausgleich für Steuersenkung für Hotels" vom 20. November 2009) Jürgen Koppelin, den Landesvorsitzenden der FDP in Schleswig-Holstein und einer von mehreren stellvertretenden FDP-Fraktionschef im Bundestag, richtig zitiert hat, hat er zumindest vom Gastgewerbe keine Ahnung:
"Die geplante Reduzierung der Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen sei jedoch mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden, da es in den Betrieben dann für verschiedene Leistungen unterschiedliche Sätze gebe."
Mein Hinweis möge genügen, daß bereits heute für Produkte und Dienstleistungen von Hotels unterschiedliche Mehrwertsteuersätze gelten, z.B. gilt für Speisen, die nicht zum sofortigen Verzehr an Ort und Stelle bestimmt sind, der ermäßigte Mehrwertsteuersatz, genauso wie für Zeitungen.

Weiter soll der gelernte Bankkaufmann gesagt haben:
"Besser sei es, den Hotels günstige Kredite über die Förderbank KfW für Modernisierungen und Renovierungen zur Verfügung zu stellen."
Die Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatz für Übernachtungen führt grob gerechnet zu einer usätzliche Umsatzrendite von rund zehn Prozentpunkten. Sie ist in keiner Weise mit dem Effekt einer Zinsverbilligung von Krediten vergleichbar. Will Koppelin uns verarschen?